Warum Fasten?

Jesus, unser Herr und Vorbild in allem, hat ein Leben des Fastens und Betens geführt. Am bekanntesten ist seine 40-tägige Fasten- und Gebetszeit in der Wüste, die in Lukas 4 beschrieben ist. Jesus ging „voll Heiligen Geistes“ (Luk 4,4) in die Wüste hinein und kam nach 40 Tagen wieder „in der Kraft des Heiligen Geistes“ (Luk 4,14) wieder aus der Wüste heraus. Dann begann er seinen öffentlichen Dienst, der von Heilungen, Befreiungen und vielen Zeichen und Wundern begleitet war. Anscheinend fastete Jesus jedoch nicht nur dieses eine Mal. Als einmal ein Junge mit epileptischen Anfällen zu den Jüngern gebracht wurde und diese den hinter dieser Krankheit stehenden verursachenden stummen und tauben Geist nicht austreiben konnten, erklärte er ihnen, das diese Art nur durch Beten und Fasten ausfährt (Mt 17). Er trieb dann diesen Geist aus, und der Junge war gesund. Daraus ist zu schließen, dass Jesus vor dieser Situation gefastet hatte. Sonst hätte auch er diesen Geist nicht austreiben können. Wir wissen aber auch von Mose, Esther, Daniel, Johannes d. Täufer und vielen anderen biblischen Figuren, dass Fastenzeiten ein wichtiger Teil ihres geistlichen Lebens war.

Geistliches Fasten ist keine asketische Übung und ist beispielsweise völlig von dem sog. „Heilfasten“ in der säkularen Welt zu unterscheiden. Hier geht es nicht um Gewichtsabnahme, sondern um tiefe Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater. Jemand, der fastet, bekundet: “Himmlischer Vater, die Gemeinschaft mit Dir ist mir so wichtig, dass ich auch auf legitime Bedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlaf, Genuss, Unterhaltung/Spiele oder Sexualität in der Ehe für diese Zeit verzichte. Ich will ausschließlich mit Dir Gemeinschaft haben und nichts soll mich davon ablenken. Meine Anliegen sind mir so wichtig, dass ich jetzt alles versuche, um zu Dir durchzudringen.“ Deshalb sind Fastenzeiten auch manchmal angegriffen. Denkt an Jesus. Satan erschien, und Er musste dem Satan 40 Tage lang widerstehen. Denn der Feind sieht diese Art von Gemeinschaft und Einheit mit Gott als große Gefahr an und wird deshalb alles Mögliche versuchen, diese Gemeinschaft zu stören oder gar zu verhindern. Er weiß, das dann nämlich alle Dinge möglich sind. Allerdings gibt es auch hier keinen „Erhörens-Automatismus“. David fastete und betete 7 Tage lang, um das Gericht Gottes abzuwenden und das Leben des Sohnes, der er in Sünde zusammen mit Bathseba gezeugt hatte, zu retten. Gott ließ sich nicht erweichen. Das Kind starb. Wir können und sollen von uns aus alles tun, um das Herz Gottes zu erreichen, aber am Schluss bleibt der souveräne Wille Gottes.

Ein großer Gebetsverstärker ist es, wenn sich mehrere Menschen oder gar eine ganze Gemeinde im Fasten und Gebet eins machen. Denn da kommt die Verheißung aus Matth 18,19: „Wo zwei von euch auf der Erde übereinkommen, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist!“ noch als besonderer Segen oben drauf. Als die Leute von Ninive die Gerichtsbotschaft des Jona ernst genommen und anfingen unter Fasten und Gebet Busse zu tun, verschonte Gott die ganze Stadt, obwohl Er vorher Gericht beschlossen hatte. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass die Menschen von Ninive Götzendiener waren, die vorher die Israeliten abgeschlachtet und die schlimmsten Gräueltaten begangen haben. Wenn eine Kleingruppe, ein Hauskreis, eine Gemeinde, eine Stadt oder gar ein ganzes Volk sich im Fasten und Gebet eins macht, hat das eine große Kraft. Israel praktiziert das seit Tausenden von Jahren am Iom Kippur, dem Versöhnungstag. An diesem Tag wird weder etwas gegessen noch getrunken, sondern Gott im Gebet gesucht. Als Ägypten und Syrien zusammen am Iom Kippur, dem 06.10.73 Israel in seiner vermeintlichen Schwäche angegriffen hatte, erlitten die Angreifer eine vernichtende Niederlage, weil der lebendige Gott für Israel stritt. Ein Schlüssel für die Erweckung in Südkorea, in der nahezu aus dem Nichts über 25% der Gesamtbevölkerung zum lebendigen Glauben an Jesus kam, war und ist das einheitliche Fasten und Beten der koreanischen Christen auf den Gebetsbergen.

ARTEN DES FASTENS

Über die Art des Fastens herrscht völlige Freiheit. Wir sollten uns darin von Gottes Geist leiten lassen. Jesus hat sicherlich nicht 40 Tage gefastet, weil Mose früher 40 Tage gefastet hat. Das „Wie lange“ und die Art des Fastens hat Ihm der Heilige Geist gezeigt. Wir als Gemeindeleitung sahen uns in dieser Zeit der gottverordneten Entschleunigung dieses Mal geführt, eine 21-tägige Fasten und Gebetszeit auszurufen. Diese Zeit ist ein gemeindlich vorgegebener Rahmen, in die Du dich persönlich für einen oder mehrere Tage einklinken kannst. Natürlich kannst Du auch über die ganze Zeit hinweg mitfasten und -beten. Du kannst auch Deine persönliche Fastenzeit über diesen Rahmen hinaus verlängern. Freunde unserer Gemeinde, die sich dem anschließen möchten, sind herzlich willkommen!

Daniel-Fasten

Der Zeitraum von 21 Tagen lehnt sich an das sog. „Daniel-Fasten“ an (Dn 9,3 und 10,3). Daniel nahm damals weder Alkoholisches noch Fleisch noch andere „köstlichen Speisen“ zu sich. In unserer Situation kannst Du es machen wie Daniel oder Dich entscheiden, beispielsweise gar nichts zu essen. An anderer Stelle hat Daniel einmal 10 Tage gefastet.

Hanna-Fasten

Die Prophetin Hanna, die im Tempel auf die Ankunft des Messias wartete und Gott dort Tag und Nacht diente, hat anscheinend immer wieder einzelne Tage festgelegt, an denen sie gefastet hat. John MacFarlane, ein apostolischer Leiter unserer Region, der einer meiner Mentoren war, hat z. B. über Jahre hinweg immer freitags gefastet. Du kannst auch in unserem Rahmen einen wiederkehrenden Tag festlegen, an dem Du fastest.

Esther-Fasten

Bei Esther (Esther 4,15-16) ging es um die Existenz des ganzen jüdischen Volkes im persischen Großreich, das Haman ausrotten wollte. Bevor sie ihr Anliegen vor den König brachte, hatte Esther drei Tage lang ohne Essen und Trinken gefastet und ihre jüdischen Volksgenossen gebeten, sich diesem Fasten anzuschließen. Ein 3-tägiges Totalfasten ohne Flüssigkeitsaufnahme stellt die natürliche Obergrenze dar. Sonst kann das Ganze gesundheitsschädlich werden. Allerdings gibt es eine biblische Ausnahme: Mose verbrachte 40/80 Tage in der Gegenwart Gottes und hat das Ganze auf übernatürliche Weise überlebt.

Den Zeitraum unserer Fastenzeit müssen wir uns von Gott sowohl persönlich als auch gemeindlich schenken lassen. Auch in der Art des Fastens lasse Dich durch den Heiligen Geist leiten. Alkohol und Süßigkeiten sollten in jedem Fall weggelassen werden. Bitte kein „Mönchsfasten“ mit Bier! Ansonsten kannst Du in einem milden Fasten in einem Zeitraum einzelne Mahlzeiten weglassen oder einen oder mehrere Tage nichts essen, sondern nur Wasser, Tee, Kaffee, Säfte oder eine Brühe zu Dir nehmen. Natürlich ist es auch möglich, ein strenges Wasserfasten zu praktizieren. Man kann auch kombinieren, indem man z. B. in einem Zeitraum von 7 Tagen drei Tage lang Wasser fastet und in den restlichen vier Tagen nur das Essen weglässt. Wichtig ist, dass man sich nicht mit anderen vergleicht. Das Ganze darf keinesfalls zu einem religiösen Wettbewerb ausarten. Allerdings sollten wir diese Zeit nutzen und lernen, unseren Körper zu beherrschen und nicht bei jedem Hungergefühl oder kleiner Schwäche das Fasten abbrechen. Dann legt man sich hin, schläft ein wenig, soweit es in der Freizeit geschieht, und fastet weiter.

Wofür fasten?

TRAUER: 2. Sam 1,1

GEISTLICHE ERKENNTNIS: Dan 9,3

KRANKHEIT: 2. Sam 12,16+23

BUSSE/UMKEHR: Joel 1,14; 2,12-17; Jona 3,5

BEDRÄNGNIS: 2. Chr 20,3

DEN WILLEN GOTTES ERKUNDEN: Apg 13,2

GROSSE VORHABEN: Esra 8,21-23

AUSSENDUNG + EINSETZUNG VON DIENSTEN: Apg 13,3; Apg 14,23

SELBSTVERSCHULDETE NOT: Dan 6,19

VOLLMACHT: Luk 4,14

Natürlich kannst Du auch für weitere Anliegen fasten und beten.

Früchte des Fastens

Sehr schnell kann sich während Deiner Fastenzeit eine viel größere geistliche Sensibilität einstellen. Deine geistlichen Augen und Ohren werden geöffnet und das Hören auf Gott wird Dir viel leichter fallen. Zudem kann es geschehen, dass die Herrlichkeit Gottes (Kabod, Schechina) sich spürbar auf Dich lagert. Als Mose aus seiner Fastenzeit vom Berg kam, lag die strahlende Herrlichkeit Gottes so stark auf ihm, dass es die Menschen die ihm begegneten, nicht aushalten konnten und er sich bedecken musste. Eine bereits erwähnte Frucht ist Vollmacht. Willst Du in der Kraft des Heiligen Geistes agieren, dann faste und bete! Manchmal stellen sie die Resultate zeitverzögert ein. Doch dann kann es zu großen Durchbrüchen kommen.

Vorgehensweise im Gebet

  1. Persönliche Reinigung. Räume alles aus dem Weg, was zwischen Dir und Gott steht.
  2. Lob und Dank. Wir danken Gott für sein wunderbares Wesen und dafür, was Er alles schon in unserem Leben, in unseren Familien und Gemeinde schon getan hat.
  3. Wir danken Gott, dass Er unserem Volk und Land gegenüber gnädig war, es gesegnet und es zu einem der reichsten Länder der Erde gemacht hat.
  4. Wir treten in den Riss und bitten Gott um Vergebung für die wachsende Gottlosigkeit in unserer Gesellschaft und die Verstöße gegen Gottes Ordnungen.
  5. Wir bitten Gott um Vergebung, dass sich der Mensch zum Maß der Dinge macht.
  6. Wir bitten Gott um Vergebung für die große Blutschuld sowohl geschichtlich durch Völkermord als auch die Tötung von Millionen von ungeborenen Kindern
  7. Wir bitten Gott um Vergebung für sexuelle Gräuel und Zügellosigkeit in jeder Form.
  8. Wir bekennen unsere Hilflosigkeit und menschliche Erschütterbarkeit angesichts dieser Pandemie und bitten um Gottes übernatürliches Eingreifen.
  9. Wir bitten für all die Menschen, die gerade jetzt um ihr Leben kämpfen müssen.
  10. Wir bitten für all die anderen Nationen, in denen diese Pandemie wütet.
  11. Wir bitten für die Menschen und Betriebe in unserem Land, die durch die nötigen Maßnahmen in große existentielle Not geraten sind und geraten.
  12. Wir segnen unsere Stadt, Region, unser Land und alle Entscheidungsträger.
  13. Wir bitten Gott, dass viele Menschen durch diese Erschütterung ins Nachdenken kommen und durch die Kraft des Evangeliums errettet werden.
  14. Herr, gebrauche mich/uns und schenke weitere offene Türen, das Evangelium weiterzugeben

Amen