“Steh auf, werde licht!“
… ist ein Weckruf, gerichtet an das Volk Gottes durch den Propheten Jesaja. Weiter heißt es in Jesaja 60,1.2: „Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit des Herrn ist über dir aufgegangen. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt der Herr auf, und Seine Herrlichkeit erscheint über dir.“
In unserer Welt ist das Licht ein äußerst wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Ein Leben in totaler Finsternis ist unvorstellbar. Deshalb schuf Gott am Anfang das Licht. „Es werde Licht und es wurde Licht“. Finsternis ist nichts, was geschaffen, kreiert oder erfunden wurde, Finsternis ist vielmehr ein Zustand von etwas, was von Anfang an da war.
Jesaja 60,2 sagt ganz klar aus, dass die Welt in einem Zustand der Finsternis ist.
Genauso wie am Anfang der Schöpfungsgeschichte die Erde wüst, leer und finster war, sind die Völkerschaften der Welt ohne das Eingreifen Gottes wüst, leer und finster. Erst als Gott anfing zu sprechen, wurde es licht. Licht ist etwas, was nur durch Gott entstehen und kommen kann. Mit dem Licht wurde das Chaos offenbar und folglich wurden Dinge geordnet und sortiert. Gott schied das Licht von der Finsternis, Er schied die Wasser unter- und oberhalb der Wölbung und fing an, Pflanzen, Tiere und Menschen in diese neu geschaffene, mit Licht durchflutete Welt zu setzen. Licht war demnach eine Grundvoraussetzung für das Leben! Ohne Licht kann nichts wachsen und gedeihen, ein Schöpfungsprozess ist deshalb unmöglich. Gott ist die Quelle des natürlichen Lichts. Ohne Gott gibt es für unser menschliches Auge nichts zu entdecken und nichts zu sehen.
Was hat Gott gemeint, als Er zu dem Volk Gottes sagte: „Steh auf, werde licht“?
In der Bibel wird Dunkelheit oftmals mit Sünde verglichen. Dies ist es, was Gott durch Jesaja dem Volk vermitteln wollte. Seit dem Sündenfall des Menschen war der Mensch von Gott getrennt. Derjenige, der die Quelle von Licht, Wahrheit und Leben ist, konnte aufgrund der Sünde keine Gemeinschaft mit dem Menschen haben. Um Adam und Eva wurde es dunkel, sie fingen an, sich zu verstecken und sie fühlten sich nackt. Der Mensch hat das Böse erblickt und Sünde kam über sie, und sie mussten den Garten Eden (die Gegenwart Gottes) verlassen.
Der Mensch fing an, im dichten Dunkel umherzugehen und wurde zu jemandem, dessen Auge die Wahrheit nicht mehr erkennen konnte. Das Licht fing an zu schwinden und Dunkelheit kam über die Völkerschaften der Erde.
Gott hatte einen Plan, Er selbst wollte Licht ins Dunkel bringen. Um dieses zu schaffen, musste Er sich selbst geben, um den Menschen Orientierung und Wegweisung zu geben. Gott sandte Seinen Sohn Jesus Christus, der von sich selbst sagt: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben." (Joh. 8,12) Das Licht hat die Funktion, Wegweisung zu geben, Lüge zu beseitigen und Leben zu ermöglichen. All dies steckt in der Person Jesus Christus. Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch Ihn.
Gott sprach von einer Nachfolge Jesu, als Er durch Jesaja aufforderte: „Steh auf, werde licht!“
Die Gemeinde Christi ist ein Fackelträger. Wir sind berufen aufzustehen und Licht in der Welt zu sein. Seit dem Tag unserer persönlichen Erlösung haben wir durch Jesus Christus Feuer gefangen. Jesus ist die Grundvoraussetzung für Leben, ewiges Leben. Der Heilige Geist ist in unser Herz gekommen und hat Licht ins Dunkel gebracht. Wir sind licht geworden. Unsere Augen wurden für die Wahrheit geöffnet und wir konnten den Weg, den Gott für uns hat, erkennen. Jesus gab seiner Gemeinde eine klare Definition. „Ihr seid das Licht der Welt“ (Matt. 4,14a). Genau das, was durch den Propheten Jesaja vorausgesagt wurde, ist Tatsache geworden. Jesus sagte nicht: „Wenn ihr euch hingebt und alles richtig macht, dann werdet ihr zum Licht der Erde werden!“ Er stellte keine Bedingungen, sondern sagte: „Ihr seid es!“
Eine Lampe ist immer ein Mittel zu einem bestimmten Zweck. Licht ist etwas Uneigennütziges. Ein Licht ist nicht für sich selbst da, sondern dient anderen Menschen, um ihnen einen besseren Durchblick zu verschaffen. Genau das ist es, wozu uns Jesus auffordert. Er sagt: „Seid ein Licht für die Welt“, brennt, um anderen zu helfen! Viele Christen leben ein ich-bezogenes Leben. Sie sind Christen geworden und erfreuen sich über all das Schöne und Gute, was ihnen durch Jesus Christus zuteil geworden ist. Sie sind so mit sich und ihren Segnungen beschäftigt, dass sie vom Lampengestell langsam unter den Scheffel wandern. Sie brennen für niemand und nichts, außer für sich selbst und fangen an, langsam an Helligkeit zu verlieren.
Jesaja 60,2: „Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt der Herr auf, und Seine Herrlichkeit erscheint über dir.“
Die Gemeinde ist der Leib Christi und Christus ist das Haupt der Gemeinde. Die Gemeinde ist da, um andere Menschen zum Licht zu führen. Jesus Christus hat es uns auf Erden vorgelebt. Seine Jünger sind Kinder des Lichts geworden, Er wurde zum Diener und Wegweiser für sie. Der Leib Christi hat dieselbe Funktion. Die guten Werke der Gemeinde sollen für die Welt erkenntlich werden, damit der Vater durch diese verherrlicht werde. Oftmals ist es unser Lebensstil, der von Gott und unserem Glauben zeugt. Das Umfeld, in dem wir uns bewegen, soll durch uns beleuchtet werden. Wir sind berufen, in die Welt zu gehen und die frohe Botschaft zu verkünden. Licht zu sein, erfordert Mut, zur Wahrheit zu stehen. Der Feind versucht, uns einzuschüchtern und durch starke Anfechtungen unser Licht auszublasen. In solchen Situationen heißt es zu widerstehen. Gott ist derjenige, der durch uns leuchtet, aus unserer eigenen Kraft können wir nicht leuchten. Deshalb ist es wichtig, in dieser täglichen Beziehung zu Gott zu stehen um das Licht nicht zu verlieren.
Zum Schluss. Jesus sagte: „Ihr seid das Licht der Welt!“ Eine einzelne Kerze hat nicht denselben Effekt wie Tausende und Millionen von Kerzen. Gott hat die Gesamtheit der Gemeinde angesprochen und zugesagt, dass sie Licht sein sollen. Wir sind von Jesus in eine Gemeinschaft gestellt. Und gemeinsam sind wir stark! Deshalb gibt es keine Alternative für Gemeinde. Sie ist eine Schöpfung Gottes, die in die Ewigkeit hineinragt. Aus diesem Grund sollten wir auch versuchen, Grenzen zu überwinden und die größere Einheit des Leibes Christi suchen.
Wir als Immanuel-Gemeinde sehen uns nicht als die allein seligmachende Gemeinde. Es muss Gemeinden vor Ort geben, die Lichtspender und Wahrheitsverkünder ihrer Stadt werden. Und dies empfinden wir als unsere Aufgabe. Es gibt jedoch eine wunderbare Vielfalt von Kirchen und Gemeinden, die, fern von ihrer verschiedenartigen Geschichte und Ausprägung, letztlich alle die gleiche Identität und Aufgabe haben: nämlich Licht der Welt zu sein. Mit ihnen arbeiten wir gerne zusammen, damit die gute Botschaft überall und an allen Orten gehört wird.
Manuel Höfig






